Daganzo - Estudios Madrid 70, S.L.


Als etwa um das Jahr 1965 das Imperium des großen Film Moguls Samuel Bronston zerfiel gelang es dem Produzenten und Drehbuchschreiber Philip Yordan eine Reihe von Weggefährten aus der Bronston Zeit und andere so genannte „blacklistees“ zu einem schlagkräftigen Filmteam zusammen zu bringen. Dabei ist insbesondere der Drehbuch Autor und Produzent Bernard Gordon zu nennen, der in seinem wichtigen Buch „Hollywood Exile – Or how I learned to love the Blacklist“ nicht nur über die Hexenjagd der McCarthy Zeit berichtet, sondern auch sehr viel über die Arbeit in Spanien in spannender Weise erzählt. 
Das dynamische und umtriebige Duo Yordan - Gordon produzierte 1965 den Klassiker „Battle of the Bulge“ („Die letzte Schlacht“). 1967 dann „Custer of the West“ („Ein Tag zum Kämpfen“) und 1969 „Krakatoa – East of Java“. Außerdem zu nennen: „Royal Hunt of the Sun“, 1969. Leute wie Irving Lerner (Regisseur und Produzent), Benjamin Fisz (Produzent, Benmar Productions) und der spanische Production Designer und Art Director Julio Molina erweiterten den Kreis um Philip Yordan und Bernard Gordon. Doch die Zeit der größeren Produktionen mit vielen Geldgebern und beteiligten Firmen war endgültig vorbei. Die Yordan Connection entwarf 1970/71 für den Robert Parrish Western „A town called Hell“, in Zusammenarbeit mit der technischen Produktionsfirma Mole Richardson, vor den Toren der kleinen Stadt Daganzo eine Filmkulisse, aus der sich dann das von Philip Yordan geleitete Filmstudio Madrid 70 entwickelte. Um kostengünstig weiter produzieren zu können, ließ man die „Hell“ Kulissen stehen. Samuel Bronston konnte noch für jeden Film völlig neue Kulissen entwerfen. Das Team um Philip Yordan musste sich mit kleineren Umbauten behelfen und verstand es doch die vorhandene Kulisse immer wieder neu zu erfinden. Nach erfolgreichen Jahren in Spanien gingen die „blacklistees“ um Philip Yordan wieder zurück nach Amerika.
Man hatte zwar eine wunderbare Western Kulisse, nur Western wurden in diesen Jahren keine mehr produziert. 
Im Jahre 1979 kaufte der spanische Regisseur und Produzent Juan Piquier Simon das brach liegende Filmgelände, um hier mit überschaubaren Kosten eigene Filme produzieren zu können.
Als im Jahre 1985 ein großes Feuer das Studio zerstörte war die gut 15 jährige Geschichte des „Studio Madrid 70“ in Rauch aufgegangen. Herbeigeeilte Anwohner sammelten die noch brauchbaren Reste ein. Das ehemalige Filmgelände blieb bis heute weitgehend unbeachtet und verkommt mehr und mehr zu einer Deponie für Industriemüll. Das darf es nicht sein. So sollte die Geschichte eines Filmstudios nicht enden. In Zusammenarbeit mit meinem spanischen Kollegen Domingo Lizcano will ich an das „Estudio Madrid 70 – Daganzo“ erinnern und den Versuch unternehmen, Euch ein wenig der alten Aura zu vermitteln. 
                                            

Capt. Douglas (Location Archaeologist), Sommer 2006. 

 
Estudio Madrid 70 - Philip Yordan years (1970-79) Estudio Daganzo - Juan Piquier Simon years (1979-85)
Eine Stadt nimmt Rache (Una ciudad llamada bastarda) 1971 Das Geheimnis der Monster-Insel (Misterio en la isla de los Monstruos) 1980
Captain Apache 1971 Terrorgang (Mas alla del terror) 1980
Alles fliegt Dir um die Ohren (Comin' at Ya!) 1981
Bad Man's River (El hombre del Rio Malo) 1971 Sea Devils (Los diablos del mar) 1981
Petroleum-Miezen (Les Petroleuses) 1971
3 Halleluja auf 4 heisse Colts (El Desafio de Pancho Villa) 1972 Othello - Black Commando 1982
Der Mann aus El Paso (Man called Noon)  1972
Horror Express (Panico en el transiberiano) 1973 Das Geheimnis der 4 Kronjuwelen (El tesoro de las cuatro coronas) 1982
Whiskey and Ghost (Fantasmas en el Oeste) 1974 Dirty War (Guerra Sueca) 1984
Zwiebel-Jack räumt auf (Cipolla Colt) 1974  1985 zerstört ein Feuer die letzten Gebäude des Filmstudios
Vier Vögel am Galgen (The Spikes Gang)  1974
In meiner Wut wieg' ich vier Zentner (El karate, el colt y el impostor) 1974/75
Das Tal der tanzenden Witwen (Valle de las viudas)  1975
Der Millionen Dollar Coup (Atraco en la jungla) 1975

Vista General


Als Orientierung auf dem ehemaligen Filmgelände diente uns der immer noch sehr schön erhaltene alte Brunnen.
Anhand dieses Brunnens kann man sich die Standorte aller alten Gebäude erschließen und 

kann so die noch vorhandenen Ruinen und Fundamente den Filmgebäuden zu ordnen.

Um den Überblick zu waren habe ich das Studiogelände in die Bereiche aufgeteilt, 

die auch in den hier gedrehten Filmen als eigenständig erkennbar sind.

Also in die Western Stadt (Poblado del Oeste) auf der einen Seite und auf der anderen Seite in den Komplex, 

der eher einer mexikanischen Festung gleicht (Fortaleza Mejicano).

Außerdem gibt es einen Überblick über die in unmittelbarer Umgebung des Studios gedrehten Szenen 

(Alrededores del Estudio).

 
  

E

Bild aus dem Archiv von Juan Piquier Simon

Der Autor im Brunnen. 

In der Hand eine alte Spitze aus der Brunnenkonstruktion

Vergleichsfoto zum J.P.Simon Bild
Archivbild aus der Zeit der Gordon Hessler Produktion (Atraco en la Jungla) ca.1975
Der alte Brunnen

Blick in die Western-Stadt

Comparison photo June 2006

June 2006

E Comparison photo June 2006

Blick aus der Western-Stadt hinüber zum mexikanischen Fort. 

Links der Saloon und in der Mitte der große Turm (Foto etwa um 1975).

Gordon Hessler at work in Daganzo (Mexican Fort)

Comparison photo june 2006

"In meiner Wut wieg' ich 4 Zenter" - Der große Turm, links daneben die Kirche

June 2006

"El Karate, el Colt y el impostor"

June 2006

Teil des Brunnens

Der gut erhaltene Brunnen

Altes Foto aus dem Juan Piquier Simon Archiv

June 2006

si, si, we welcome turistas...

Hier geht es ins Kino...

Hier geht es in das mexikanische Fort - Click on the Image!

Hier geht es in die Western Stadt - Click on the Image!

Hier geht es in die Umgebung des Studios - Click on the Image! 

This Story would not be possible without the help of Domingo Lizcano, Antonio Garcinuno and Juan Piquier Simon - Very special thanks!

A hot day in Daganzo!

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